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Endlich grünes Licht für den Mindestlohn in einer
wichtigen Branche, im Pflegedienst! Ab dem 1. August gelten 8,50 Euro im
Westen und 7,50 Euro in Ostdeutschland. Bis Juli 2013 sollen die Sätze
um jeweils 25 Cent gesteigert werden. Die FDP hatte zunächst diese
Mindestlöhne bis 2011 befristen wollen, doch dann setzte sich
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen mit ihrer Vorstellung von
gerechtem Lohn durch. Ein Lichtblick auch für andere Branchen? In diesem
Fall war allerdings die Festlegung eines Mindestlohnes wichtig wegen
eines drohenden Lohndumpings wenn ab Mai 2011 die letzten Beschränkungen
für eine Arbeitnehmerfreizügigkeit in der Europäischen Union fallen.
Nachrichten im Bereich „Neue Belastungen für
Arbeitnehmer und Familien“ sind weniger positiv. Die geplante
Gesundheitsreform wäre eine katastrophale Entscheidung gegen die Belange
der Bürger. Mit Recht bezeichnet Michael Sommer, der DGB-Vorsitzende,
diese Planung als „die Axt an die Grundfesten unseres Sozialstaates
gelegt“. Das über einhundert Jahre alte und bewährte Prinzip der
paritätischen Beitragsleistung durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber soll
endgültig aufgegeben werden. Denn wenn die Gesundheitskosten steigen
werden tragen allein Menschen mit mittlerem und geringem Einkommen sowie
die Rentner die dann steigenden Beiträge. Damit wird auch die geplante
Kopfpauschale durch die Hintertür eingeführt.
Sorgen machen uns auch die weitere Ausbreitung des
Niedriglohnsektors und der Anstieg der Leiharbeit. Der dringend
notwendige Mindestlohn für Leiharbeiter muss nun endlich festgesetzt
werden. Der Missbrauch der Zeitarbeit darf nicht weiter toleriert
werden. Unsere betroffenen Mitmenschen leiden sehr unter der
Unsicherheit der Arbeitsverhältnisse. Bald haben wir auch bei uns
amerikanische Verhältnisse – oder haben wir sie etwa schon?!
Dazu noch ein Zitat aus einem Interview mit Norbert
Blüm, das dieser Tage im Wiesbadener Kurier veröffentlicht wurde. Auf
die Frage, was sein (Blüm) größter Fehler gewesen sei, antwortete der
frühere Arbeitsminister: „ Ein Fehler war, dass ich befristete
Arbeitsverträge erleichtert habe – in der Hoffnung, dass so
Dauerarbeitsplätze früher und leichter zugänglich werden. Da war ich zu
gutgläubig. Daraus ist ein regelrechter Wildwuchs auf dem Arbeitsmarkt
entstanden, mit Mini-Jobs, Kurzzeit-Verträgen und Leiharbeit. Wenn das
so weitergeht, ist das ein Rückfall in die Zeit der Tagelöhner (19.
Jahrhundert! FP) Es darf keine Arbeitsverhältnisse Zweiter Klasse geben.
Sonst riskieren wir Altersarmut. Aus Hungerlöhnen werden dann
Hungerrenten.“
Dem ist wohl nichts hinzuzufügen!
Ferdinand Puhe 21.07.10 |