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Nun ist die Katze aus
dem Sack. Und es ist eine mit scharfen Krallen. Die greifen
ausschließlich nach den bisher schon Armen, den Wehrlosen, den
Mitbürgern ohne Lobby.
Das von der
schwarz-gelben Koalition geschnürte Spar-Paket ist tendenziell
notwendig, vor allem im Sinne der Zukunftssicherung. Wir dürfen unseren
Kindern und Enkeln keinen Schuldenberg unvorstellbaren Ausmaßes
hinterlassen. Das wäre unverantwortlich. Aber auch Sparen in einer
Volkwirtschaft muss sozialverträglich geschehen, muss die
Leistungsfähigkeit der zusätzlich Belasteten berücksichtigen, muss
„ausgewogen“ sein. Und das lässt sich von den jetzt präsentierten
Maßnahmen nicht sagen. Schlimmer konnte es für manche Gruppen unserer
Gesellschaft nicht kommen.
Das auf die
nächsten Jahre verteilte Spar-Paket (bis 2014) von 80 Milliarden Euro
wird in einem Kommentar von Matthias Friedrich, Wiesbadener Kurier, wie
folgt gekennzeichnet: „Mutlos und ungerecht, so lässt sich das Sparpaket
zusammenfassen, mit dem die Koalition Deutschland sanieren will. Mutlos,
weil der gerade in der Krise mögliche echte Kurswechsel mit Verbesserung
der Staatseinnahmen und breitem Abbau der Subventionen verpasst wurde.
Ungerecht, weil in dem Sammelsurium der Einzelmaßnahmen ausgerechnet die
Schwächsten am stärksten belastet werden, die Gutverdiener und
Vermögenden jedoch nicht um einen Cent zusätzlich.“ Nun ja, was will und
kann der gute Mann auch von einer neoliberalen, kapitalhörigen Regierung
erwarten?
Tatsächlich kommen
die größten Einschnitte auf die Arbeitslosen und den öffentlichen Dienst
zu. Bei Sozialleistungen will die Regierung besonders drastisch
einsparen: Der Zuschlag beim Übergang vom Arbeitslosengeld I zum
Arbeitslosengeld II soll ersatzlos gestrichen werden. Die bisher vom
Staat übernommenen Beiträge der Hartz-IV-Empfänger zur
Rentenversicherung werden eingespart. Das Elterngeld wird gekürzt, aber
für Hartz-IV-Empfänger total gestrichen. Der monatliche Höchstbetrag von
1800 Euro bleibt zwar erhalten, doch die Berechnungsgrundlage von 67
Prozent des Nettoeinkommens wird auf 65 Prozent gekürzt.
Die Vorhaben, die
zum Teil durch Parlamentsbeschluss abgesegnet werden müssen, werden von
den Gewerkschaften und Sozialverbänden mit Recht als unausgewogen
bezeichnet. Widerstand wurde angekündigt. Man muss sich tatsächlich
fragen, warum Wohlhabende, Vermögensbesitzer und Großverdiener nicht
zuvor angemessen zur Kasse gebeten werden. Vorschläge für entsprechende
Besteuerungen liegen seit langem vor.
Der Stellenabbau
beim Bund von etwa 15.000 Personen bedeutet zudem eine zusätzliche
Belastung des schon gebeutelten Arbeitsmarktes. Die Vernichtung von
Arbeitsplätzen kann kein Weg aus einer Krise sein.
Auch die KAB
appelliert an die verantwortlichen Politiker, notwendige Reformen und
Belastungen mit Augenmaß und Verantwortung für alle Mitbürger in unserer
Gesellschaft zu beschließen. „Gerechte Belastung“ kann nicht heißen,
nach dem Gießkannen-Prinzip zu verfahren – so wie es z. B. der
Gesundheitsminister bei seinen Reformen vorgesehen hat – sondern
Belastungen müssen nach der Leistungsfähigkeit bzw. der Belastbarkeit
der Bürger geregelt werden.
Ferdinand Puhe
08.06.10
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