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Stand vom 13.11.2008

Bezirkssekretariat:
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63065 Offenbach am Main
Tel.: 069 / 83 91 81
E_Mail: irmgard.a.braun@gmx.de

Alois.Kunz.M@t-online.de

                                                            


Ferdinand Puhe

Leiharbeiter – die ersten Leidtragenden

Gedanken eines KAB’lers

Die weltweite Banken- und Börsenkrise hat einen (vermutlich) deutlichen Abschwung der Volkswirtschaften aller Staaten zur Folge. Erste Anzeichen einer Rezession in unserem Land gibt es bereits. Die Umsätze in der Autoindustrie (folglich auch in der Zulieferindustrie) sind deutlich eingebrochen – und damit auch die Rendite! Firmen der  Branche haben als erste Reaktion die Entlassung von Leiharbeitern angekündigt. Weitere Unternehmen anderer Branchen sind diesem Beispiel gefolgt. So vergeht derzeit kein Tag, an dem nicht Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen vor die Tür gesetzt werden.

Nun wird in aller Deutlichkeit Segen und Fluch der Leiharbeit sichtbar. In Zeiten der Konjunktur war die Beschäftigung in Firmen wie Adecco, Randstad, Manpower und vielen anderen eine Möglichkeit, doch noch einen Arbeitsplatz zu finden, der im Regelfall ein Auskommen sicherte. Durch diese Möglichkeiten sank die Arbeitslosenzahl. Immer war aber allen Beteiligten klar, dass es nichts Unsicheres gibt als diese Arbeitsverhältnisse. Noch sind etwa 800.000 Menschen in der BRD bei Zeitarbeitsfirmen beschäftigt. Jeder dritte von neuen Jobs ist in der Leiharbeit entstanden. Eine besonders lohnende Sache war die Leiharbeit bisher für die Zeitarbeits-Unternehmen. Sie verdienten prächtig an dem Geschäft mit der Arbeitskraft anderer Menschen. Bekanntlich aber war – und ist – die Kluft der Einkommen zwischen den regulären Arbeitsplätzen in einem Unternehmen und den dazu geholten Leiharbeitern (die ja oft die gleiche Arbeit machen) enorm – und damit ungerecht! Dennoch versteht man die Arbeitnehmer, die lieber in einer Zeitarbeitsfirma jobben als Hartz IV zu beziehen. Nun kommt für viele von ihnen das bittere Erwachen, die Enttäuschung, ja, oft Verzweiflung. Zu befürchten ist allerdings, dass der Entlassung der Zeitarbeiter die Kündigung von regulär Beschäftigten folgt! Wir stehen vor schwierigen Zeiten.

Wenn die Leiharbeiter oft bereits niedrig entlohnt wurden, so versuchen Arbeitgeber – gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten – die Löhne bzw. Gehälter zu drücken. Dabei „helfen“ ihnen manchmal recht dubiose Gewerkschaften, die sich zu allem Überfluss (oder besser: Ärger) noch als „christlich“ bezeichnen. Zum Glück sind solche Schein-Gewerkschaften in letzter Zeit öfter aufgeflogen bzw. enttarnt worden.

Wenn die Metaller derzeit um eine Erhöhung ihrer Einkommen kämpfen, so hat das auch mit einem Nachholbedarf zu tun. Allzu lange hatten sie stillgehalten als es der Branche nicht gut ging. Dann sprudelten die Gewinne wieder, aber die Mitarbeiter, die den Erfolg erarbeitet hatten, sahen nichts davon. So kann Partnerschaft in einem Unternehmen nicht aussehen!

Ferdinand Puhe

12.11.08