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Die weltweite Banken-
und Börsenkrise hat einen (vermutlich) deutlichen Abschwung der
Volkswirtschaften aller Staaten zur Folge. Erste Anzeichen einer Rezession
in unserem Land gibt es bereits. Die Umsätze in der Autoindustrie
(folglich auch in der Zulieferindustrie) sind deutlich eingebrochen –
und damit auch die Rendite! Firmen der
Branche haben als erste Reaktion die Entlassung von Leiharbeitern
angekündigt. Weitere Unternehmen anderer Branchen sind diesem Beispiel
gefolgt. So vergeht derzeit kein Tag, an dem nicht Mitarbeiter von
Zeitarbeitsfirmen vor die Tür gesetzt werden.
Nun wird in aller
Deutlichkeit Segen und Fluch der Leiharbeit sichtbar. In Zeiten der
Konjunktur war die Beschäftigung in Firmen wie Adecco, Randstad, Manpower
und vielen anderen eine Möglichkeit, doch noch einen Arbeitsplatz zu
finden, der im Regelfall ein Auskommen sicherte. Durch diese Möglichkeiten
sank die Arbeitslosenzahl. Immer war aber allen Beteiligten klar, dass es
nichts Unsicheres gibt als diese Arbeitsverhältnisse. Noch sind etwa
800.000 Menschen in der BRD bei Zeitarbeitsfirmen beschäftigt. Jeder
dritte von neuen Jobs ist in der Leiharbeit entstanden. Eine besonders
lohnende Sache war die Leiharbeit bisher für die Zeitarbeits-Unternehmen.
Sie verdienten prächtig an dem Geschäft mit der Arbeitskraft anderer
Menschen. Bekanntlich aber war – und ist – die Kluft der Einkommen
zwischen den regulären Arbeitsplätzen in einem Unternehmen und den dazu
geholten Leiharbeitern (die ja oft die gleiche Arbeit machen) enorm –
und damit ungerecht! Dennoch versteht man die Arbeitnehmer, die lieber in
einer Zeitarbeitsfirma jobben als Hartz IV zu beziehen. Nun kommt für
viele von ihnen das bittere Erwachen, die Enttäuschung, ja, oft
Verzweiflung. Zu befürchten ist allerdings, dass der Entlassung der
Zeitarbeiter die Kündigung von regulär Beschäftigten folgt! Wir stehen
vor schwierigen Zeiten.
Wenn die Leiharbeiter
oft bereits niedrig entlohnt wurden, so versuchen Arbeitgeber – gerade
in wirtschaftlich schwierigen Zeiten – die Löhne bzw. Gehälter zu drücken.
Dabei „helfen“ ihnen manchmal recht dubiose Gewerkschaften, die sich
zu allem Überfluss (oder besser: Ärger) noch als „christlich“
bezeichnen. Zum Glück sind solche Schein-Gewerkschaften in letzter Zeit
öfter aufgeflogen bzw. enttarnt worden.
Wenn die Metaller
derzeit um eine Erhöhung ihrer Einkommen kämpfen, so hat das auch mit
einem Nachholbedarf zu tun. Allzu lange hatten sie stillgehalten als es
der Branche nicht gut ging. Dann sprudelten die Gewinne wieder, aber die
Mitarbeiter, die den Erfolg erarbeitet hatten, sahen nichts davon. So kann
Partnerschaft in einem Unternehmen nicht aussehen!
Ferdinand Puhe
12.11.08
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