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Ferdinand Puhe
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Die Qual der
Wahl und das Ergebnis
Gedanken
eines KAB’lers |
Nun sind doch die monatelang gehandelten Prognosen
eingetreten: Schwarz – Gelb hat gewonnen. Hat aber auch der deutsche Bürger
gewonnen?
Eines fällt zunächst auf. Die beiden Parteien mit
dem Begriff Sozial in ihrem Namen haben verloren, die einen weniger, die
anderen viel. Gewonnen hat der Liberalismus, dem wir Mitglieder einer
christlichen Sozialbewegung seit Bischof Kettelers Zeiten zutiefst – und
mit Recht – misstrauen.
Lange konnte der Neoliberalismus in den Jahrzehnten
nach dem Weltkrieg von den anderen Parteien klein gehalten werden, auch
wenn die FDP einige Male das „Zünglein an der Waage“ sein durften.
Seit dem unseligen Wirken des Wirtschaftsbosses und zeitweiligen Kanzlers
Schröder aber hat der Neoliberalismus wieder Oberwasser bekommen, und
zwar innerhalb von Parteien wie CDU und SPD, die vorher mehr oder weniger
strikte Gegner von liberalem Gedankengut in Politik und Wirtschaft waren.
Der SPD ist es nicht gelungen, ihre sozialen Ziele glaubhaft zu
vermitteln. Der Wahlbürger hat nicht mehr geglaubt, dass die
Verantwortlichen dieser Partei das Ruder noch mal herumreißen könnten
oder wollten.
Nun ist das Kind in den Brunnen gefallen, gründlich
und tief.
Was erwartet uns nun? Die (relativ) starke FDP wird
der CDU/CSU schon vorschreiben, wohin die Reise gehen soll. Gefährdet
sind nun viele soziale Errungenschaften, wie Kündigungsschutz,
Mindestlohn, Arbeitszeiten. Hartz IV wird vermutlich noch strikter
angewandt. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird noch schwieriger
werden.
Wieder mal sind Arbeitnehmer, Arbeitslose, Rentner,
Alleinerziehende mit Kindern die unter dieser politischen Konstellation
Benachteiligten. Jetzt wird es darauf ankommen, dass andere
gesellschaftliche Gruppierungen außerhalb der Parteien sich einsetzen,
sich immer wieder zu Wort melden, notfalls auch demonstrieren. Dabei denke
ich an die Gewerkschaften und die christlichen Arbeitnehmer-Organisationen
wie die KAB.
Ferdinand Puhe
28.09.09
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