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Ferdinand Puhe
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Das Wahlkampfgetöse
beginnt
Gedanken
eines KAB’lers |
Das Wahlkampfgetöse beginnt
Nun beginnen Sie wieder zu tönen,
die Parteigewaltigen und auch die Hinterbänkler. Viele haben wieder
Vieles zu sagen. Plötzlich haben alle Politiker Vorschläge zur Lösung
wichtiger und schwieriger Fragen zu machen. Gern befassen sie sich nun mit
Dingen, die sie bisher wie ein heißes Eisen links liegen gelassen haben.
Und sogar den sogenannten „Kleinen Mann“ nehmen sie wieder in den
Blick. Am Liebsten versprechen sie Steuerermäßigungen oder andere
Einkommens-Verbesserungen.
Nur verrät keiner dieser
Heilsbringer, wer das alles bezahlen bzw. gegenfinanzieren soll.
Nur: An echte Reformen will sich
keiner heranwagen! Und dabei gibt es so viele Punkte, die seit Jahrzehnten
auf eine Besserung warten. Die Arbeitnehmer, Arbeitslosen, Hartz-IV-Empfänger,
die Alleinerziehenden und die Frauen warten allzu lange schon auf echte
Reformen – und nicht auf gelegentliche Korrekturen. Gerade die offenen
und ungelösten Probleme in diesen Bereichen lassen sich unter dem
Gesichtspunkt bzw. Oberbegriff „Gerechtigkeit“ einordnen. So ist es
ungerecht, die Arbeitnehmer nicht angemessen zu bezahlen (vor allem die
arbeitenden Frauen), sie nicht am Ertrag ihrer Arbeit teilhaben zu lassen.
Es ist ungerecht, die Empfänger von Transferleistungen, die ja im
Regelfall unverschuldet in eine missliche Lage geraten sind, mit Beträgen
abzuspeisen, die eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unmöglich
machen. Hier sind vor allem die Kinder die Leidtragenden. Es ist
ungerecht, Alleinerziehende steuerlich anders zu stellen als Verheiratete.
Von Politikern in diesen Wochen
ins Gespräch gebrachte steuerliche Erleichterungen kommen – wie bisher
– in erster Linie den Besserverdienenden zugute. Die Verrentung mit 67
Jahren schadet sowohl dem älteren Menschen als auch den jungen
Arbeitsuchenden.
Wir sollten die Wahlbewerber daran
messen, was sie zu Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu sagen haben, wie
sie zum Mindestlohn stehen und zur Gleichbehandlung von Frauen, was sie für
die Förderung von Familien tun wollen, wie sie Alleinerziehende entlasten
können. Auch eine angemessene Beteiligung der Arbeitnehmer am
Produktivvermögen steht weiterhin auf unserem Forderungskatalog – und
nicht zuletzt eine abgestimmte Sozialpolitik aller europäischen
Mitgliedsländer! Wir wollen eine Begrenzung der Wochenarbeitszeit und die
Achtung der Sonntagsruhe in allen Staaten.
Aber es bleibt dabei: Nicht an
ihren Worten, sondern an ihren Taten werden wir Wähler die Politiker
messen!
Ferdinand Puhe
23.06.09
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