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Stand vom 02.07.2007
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Nachrichten aus der Offenbacher Kante
Information aus dem Kath. Dekanat Rüsselsheim
Pressemitteilung vom 30.06.2007
Der Lotse geht von Bord
Betriebsseelsorger Hans Zinkeisen in den Vorruhestand verabschiedet

Hans Zineisen mit Opel-Betriebsrat Armin Herber |
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Rüsselsheim. Ein wahrer Lotse durch die Tücken der Arbeitswelt,
einer der
schon da war, bevor er gerufen wurde, hatte am 29.06. seinen letzten
Arbeitstag. ´Tue nicht alleine, was Du mit Anderen machen kannst´. Dieser
Wahlspruch von Betriebsseelsorger Hans Zinkeisen galt auch für das ´Finale
furioso´ seiner über 31-jährigen Dienstzeit im Dienste der Katholischen
Kirche und des Bistums Mainz, oder wie Hans Zinkeisen immer sagte: ´Bei
Firma Gott und Sohn, Abteilung Bodenpersonal´. Nein, alleine war er
sicherlich nicht bei seiner Verabschiedung in den Vorruhestand. Er hatte
eingeladen und ca. 150 Betriebsräte, Gewerkschaftler, Kolping-, KAB- und
Attac-Aktivisten, Vertreter von Arbeitnehmerbewegungen, Caritas, Katholiken,
Protestanten, , das Aktionsbündnis Rüsselsheim, die Liste Solidarität,
Freunde und viele Weggefährten ließen es sich nicht nehmen, sich geduldig in
die lange Gratulantenschar einzureihen. Er hatte sich kein Pontifikalamt in
einem Dom gewünscht - er wollte da verabschiedet werden, wo er die letzten
Jahre auch gewirkt hatte, bei den Werktätigen. Da passte die alte Werkshalle
A1 auf dem Opel Werksgelände mit ihren unverputzten Wänden und den
weißgetünchten Säulen genau.
Kein Weihrauch sondern leichter Geruch nach Öl oder Metal lag in der Luft,
als man zunächst gemeinsam ´Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf in unserer
Zeit´ sang und die Parabel über die Zeit aus dem Buch Kohelet des Alten
Testaments hörte. Daran angelehnt hatte auch Domkapitular Heinz Heckwolf das
Thema ´Zeit´ für seine Predigt ausgesucht. Immer enger bemessener sei Zeit,
die dem Arbeitnehmer von seinen Vorgesetzten vorgegeben wird. Die
Kapitalgeber wollen Rendite sehen, darunter leidet die Motivation, das
Betriebsklima und letztendlich auch Gesundheit. Mobbing am Arbeitsplatz
werde oft sogar von oben initiiert. Global Player spielen Arbeitnehmer
gegeneinander aus. Heckwolf mahnte in diesem Zusammenhang gerechte Arbeit
vor Profit an und rief den Anwesenden zu: ´Alles hat seine Zeit, es ist an
der Zeit - habt Mut und fürchtet euch nicht´.
Anschließend reflektierte er kurz den Werdegang Hans Zinkeisens, der als
Seiteneinsteiger zunächst als Elektromaschinenbauer und Kältemechaniker
tätig war. Sein Herz galt schon früh der Christlichen Arbeiterjugend CAJ und
der Katholischen Arbeitnehmerbewegung KAB, wo er im Jahre 1971 als
Sozialsekretär bei der KAB in Mainz einstieg. Über viele Lehrgänge, wie
Arbeitsrecht, Konfliktmanagement aber auch theologische Fernkurse
erarbeitete er sich schnell das nötige Fachwissen, um 1987 die
Betriebsseelsorgestelle in Worms zu übernehmen. 1993 wechselte er in seine
Heimatstadt Rüsselsheim in die Weisenauer Straße und übernahm die dortige
Betriebsseelsorgestelle. Seit dem hat er dort viel bewegt: Er war z.B.
Mitgründer des Ketteler-Cardijn-Werkes, einem Langzeit-Arbeitslosen-Projekt,
organisiert sozialethische Stammtische, politische Bildungsurlaubsfahrten,
berät Arbeitnehmer in rechtlichen Fragen und unterstützt Arbeitslose bei der
Orientierung auf dem Arbeitsmarkt. Im Zuge der Konsolidierung und der
Geldknappheit bekam Zinkeisen in den vergangenen Jahren auch noch die
Betriebsseelsorgestellen Bergstraße West und Bergstraße Mitte hinzu und
brauchte sich mangelnde Beschäftigung nicht beklagen.
Anschließend folgte die Überreichung eines Dankschreibens von Bischof
Lehmann durch den Domkapitular, bevor dann eine Flut von Dankes- und
Abschiedsreden folgte. Die Betriebsseelsorger-Kollegen aus dem Bistum hatten
eine wahre Büttenrede auf die Beine gestellt. Der Landrat des Kreises Groß
Gerau Enno Siehr lobte die gute Zusammenarbeit über Jahre auch im Namen des
anwesenden Rüsselsheimer OB´s Stefan Gieltowski. Der Dekan des Dekanats
Rüsselsheim, Pfarrer Norbert Kissel, lobte Zinkeisen als das
Arbeitnehmer-Gewissen des Dekanats: Er habe ein Umdenken im Dekanat bei den
dortigen Hauptamtlichen bewirkt von der ´Komm-Kirche´zur ´Geh-Hin-Kirche´.
Weitere Gratulanten schlossen sich mit kurzen Dankesreden an - allen voran
Armin Herber vom Opel-Betriebsrat, der mit Zinkeisen eine lange Freundschaft
verbindet.
Das Betriebsseelsorger-Haus in der Weisenauer Straße bleibt übrigens nicht
leer: Hans Zinkeisens Nachfolgerin wurde bei seiner Verabschiedung ebenfalls
gesichtet: Pastoralreferentin Ingrid Reidt, derzeit noch in der Katholischen
Hochschulgemeinde in Mainz, wechselt zum 1. August über den Rhein nach
Rüsselsheim.
Fotos:
1. Mit Opel-Betriebsrat Armin Herber
2. Mit Landrat GG Enno Siehr
V.i.S.d.P.
Michael Barth
barth-bischofsheim@web.de
für das Kath. Dekanat Rüsselsheim / Öffentlichkeitsarbeit
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