|
|
|
klicken Sie weiter auf: Mitglied Stand vom 25.04..2009 Bezirkssekretariat: |
Gleiche Arbeit – ungleicher LohnFrauen verdienen ein Viertel weniger als Männer
Gedanken eines KAB’lers
Alle wissen, dass berufstätige
Frauen und Männer in Ostdeutschland deutlich weniger verdienen als im Westen
der Bundesrepublik. Das sollte inzwischen überholt und längst geändert sein.
Was uns aber in der KAB seit Jahrzehnten bewegt ist die Tatsache der
Ungleichbehandlung von Frauen in Handel, Industrie und Handwerk. Nach einer
neueren Untersuchung des EU-Sozialkommissars verdienen Frauen in Deutschland im
Schnitt 23 Prozent weniger als die Männer. Der EU-Durchschnitt liegt bei einem
Minus von 15 Prozent. Deutschland liegt mit seinem schlechten Wert auf einem der
hintersten Plätze, nur noch gefolgt von Slowakei, Zypern und Estland. In konkreten Zahlen sieht
es in Gesamt-Deutschland so aus: Der Bruttostundenverdienst
der Männer liegt bei 18,44 Euro, der Frauen bei 14,20 Euro. In Ostdeutschland
verdient ein Mann 13,16 Euro, die Frau 12,39 Euro. Hier ist die Differenz
deutlich geringer als in Westdeutschland. Als Grund für die
Differenz wird von Fachleuten vor allem angeführt, dass Frauen häufig in
Teilzeitarbeit (jede dritte Frau arbeitet Teilzeit!) beschäftigt seien und die
werde schlechter bezahlt als Vollzeitstellen. Frauen sind allerdings oft
deswegen auf Teilzeitarbeit verwiesen, da sie über weniger Zeit als Männer
verfügen, den sie müssen sich um die Betreuung von Kindern oder Angehörigen kümmern.
Weiterhin seien die Stundenlöhne in typischen Frauenberufen besonders niedrig.
Gut bezahlte Jobs, z. B. in der Luftfahrt oder in Führungspositionen, seinen
mehrheitlich in Männerhand – und in diesem letzteren Tatbestand ist dann
Deutschland wohl bei den Spitzenreitern. Allgemeinen Beobachtungen zufolge kann
in fast allen Branchen festgestellt werden, dass bei gleicher Arbeit nicht
gleicher Lohn auch an die Frauen ausgezahlt wird. Es liegt auf der Hand, dass
die Unterbezahlung der Frauen – aus welchen Gründen auch dies der Fall ist
– im Rentenalter zu einer deutlichen Unterversorgung führt. Oft liegt diese
dann unterhalb der Armutsgrenze. Besonders eklatant wird sich das zunehmend in
Ostdeutschland auswirken. Als Konsequenz bleibt es
bei den bisher schon erhobenen, aber noch nicht umgesetzten Forderungen:
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Gleichbehandlung von Frauen in der
beruflichen Förderung und im beruflichen Aufstieg, Ungleichbehandlung sollte
unter Strafe gestellt werden, Schaffung von familiengerechten Arbeitsplätzen,
Bereitstellung von kostenfreien (oder zumindest: bezahlbaren)
Kinderbetreuungseinrichtungen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss
gesichert sein. Ferdinand Puhe 24.04.09 |