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Stand vom 14.12.2008

Bezirkssekretariat:
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63065 Offenbach am Main
Tel.: 069 / 83 91 81
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Nachrichten aus der Offenbacher Kante


Ferdinand Puhe

Nun ist Kurzarbeit angesagt

Von der Bankenkrise zur privaten Krise

Gedanken eines KAB’lers

Die Finanzkrise der Banken hat inzwischen die meisten anderen Branchen in den Strudel mitgerissen. Die Folgen sind unübersehbar und auf Sicht auch noch nicht absehbar. Zunächst und als erste waren die Leih-Arbeitnehmer betroffen.

Jetzt sind Unternehmen der Autobranche – und mit ihnen viele Zulieferer – zur Kurzarbeit übergegangen. Auch das Transportwesen ist bereits betroffen. Die gesamte Volkswirtschaft gerät ins Wanken. Da sind Lösungen gefragt – und die kosten Milliarden, Gelder, die auf die Zukunft geborgt werden und die von der nachfolgenden Generation noch „abgearbeitet“ werden müssen.

„Geiz ist geil“ tönte vor Kurzem noch die Geschäftswelt, und nicht zuletzt die Banken. Immer billigere Lockangebote, immer höhere Verzinsungen sollten die Verbraucher bzw. die Anleger locken. Alles ist wie Seifenblasen geplatzt. Die Bäume wuchsen leider nicht in den Himmel. Die bösen Folgen treffen vor allem Arbeitnehmer und deren Familien.

Waren schon bisher viele, allzu viele Arbeitnehmer neben ihrem Arbeitslohn auf ergänzende Leistungen aus Hartz IV angewiesen (Aufstocker), so kommen nun zigtausende Arbeitnehmer hinzu, die auf Transferleistungen angewiesen sind. Wenigstens aber behalten sie ihren Arbeitsplatz und dürfen auf bessere Zeiten hoffen.

Als äußerst ungerecht muss man allerdings empfinden, dass das Versagen der verantwortlichen Wirtschaftsführer von den Steuerzahlern „bezahlt“ werden soll. Da bleibt nur übrig, konsequent auf mehr staatliche Kontrolle zu pochen und die Welle der Privatisierung von Staats-Eigentum (besser: Volkseigentum!) zu stoppen. Weiterhin bleibt die Forderung vorrangig, wonach schnellstens für alle Branchen Mindestlöhne festzulegen sind.

Unser Mitgefühl gilt allen, die bisher ohne eigenes Verschulden in finanzielle Schwierigkeiten gekommen sind. Unsere Verachtung gilt den Verantwortlichen, die – in Wirklichkeit verantwortungslos! – ihre Mitmenschen in den Strudel ihrer Fehlentscheidungen mitgerissen haben.

Für das neue Jahr wünschen wir uns mehr Gerechtigkeit für Arbeitnehmer und mehr (Mit-)Verantwortung bei den Leitenden!

Ferdinand Puhe, 14.12.08