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Stand vom 22.09.2008

Bezirkssekretariat:
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Alois.Kunz.M@t-online.de

Presse und Öffentlichkeitsarbeit der KAB - Main-Rodgau:

Katholische Arbeitnehmer-Bewegung
Diözesanverband Mainz

Das Ende der Tabus – neue Wege zu mehr Gerechtigkeit

11. Diözesantag der Katholischen Arbeitnehmer im Bistum Mainz  


Dr. Wolfgang Kessler, Chefredakteur von "Publik-Forum", Foto: Alois Kunz

Ganz im Zeichen der aktuellen sozialpolitischen Auseinandersetzungen stand der diesjährige, alle vier Jahre stattfindende Diözesantag der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung im Bistum Mainz (KAB). Delegierte aus den Bezirken und Ortsvereinen und Gäste trafen sich am 20. September im Erbacher Hof, dem Bildungshaus der Diözese in Mainz. Im Mittelpunkt des Vormittags stand der Festvortrag von Dr. Wolfgang Kessler, Chefredakteur der Zeitschrift Publik-Forum, unter dem Thema „Das Ende der Tabus – Neue Wege zu mehr Gerechtigkeit“.  

Diözesanpräses Pfarrer Dr. Friedrich Röper begrüßte unter den zahlreichen Gästen besonders Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann, Oberbürgermeister Jens Beutel, Dr. Hildegard Dziuk, die Vorsitzende des Katholikenrates der Diözese Mainz, Ulla Brede-Hoffmann MdL (SPD), Georg Hupfauer, KAB-Bundesvorsitzender, Pfarrer Albert Seelbach, KAB-Diözesanpräses Limburg, Pfarrer Harald C. Röper, Diözesanpräses des Kolpingwerks sowie Vertreter des Mainzer Stadtrats.

Prälat Giebelmann richtete einen Gruß und gute Wünsche des Bischofs Karl Kardinal Lehmann aus und betonte die Notwendigkeit der verbandlichen Aktivitäten der KAB in der Nachfolge des Mainzer Sozialbischofs Wilhelm E. v. Ketteler.

Wolfgang Kessler stellte zunächst die aktuelle, vor allem von Ungerechtigkeiten geprägte Lage im Sozialwesen, im Arbeitsmarkt und in den Einkommen dar. Vor allem der Faktor Arbeit unterliege einem dramatischen Werteverfall, sichtbar an der steigenden Anzahl von Minijobs, befristeten Arbeitsplätzen, Leiharbeit, sozialversicherungsfreie Arbeitsplätze, Frauen(-unter)entlohnung, Mobbing. Er beklagte die Dominanz der Finanzmärkte, die Geldverschwendung in Steueroasen, die Arbeitsplatzverluste durch Renditesteigerung, drohende Altersarmut und letztlich das Versagen der Politik. Unsere Gesellschaft unterliege einer immer stärkeren Aufspaltung. Dringend erforderlich sei es, Wege aus der Ratlosigkeit zu finden. Es gebe Alternativen, wobei man allerdings soziale und ökologische Fragen nicht gegeneinander ausspielen dürfe.

Als erforderliche neue Wege benannte Kessler fünf Ansatzpunkte: eine gerechte Steuerpolitik mit Zukunftsinvestitionen, eine soziale Grundsicherung für alle (Sockelrente), ein höheres Lohnniveau und mehr Mitarbeiterbeteiligung, Neue Ziele und neuer Umgang mit dem Geld (und nicht Gewinne privatisieren, Verluste Sozialisieren!), die Vereinbarkeit von Ökologie und den sozialen Herausforderungen. Als Vision einer zukunftsfähigen Gesellschaft sieht Kessler die Förderung von Bildung, mehr Geld für den Mittelstand, höhere Löhne (gleich mehr Kaufkraft), gesetzliche Mindestlöhne, Beteiligung am Unternehmen, 


Wolfgang Siebner
neuer Diözesanvorsitzender
Foto: Heribert Kron

Altersabsicherung und Anreize für ökologisches Wirtschaften. Das alles könne nur gelingen, wenn die Bürger ihre Rolle in der Wirtschaftspolitik auch wahrnehmen. „Die Menschen müssen sich bewegen, neue Gruppen müssen aktiv werden!“  

Der Samstagnachmittag stand im Zeichen der Regularien, zum Tagesthema wurde eine Resolution verabschiedet, ein neuer Diözesanvorstand wurde gewählt. Zum neuen Diözesanvorsitzenden bestimmten die Delegierten Wolfgang Siebner, Mainz. Die Forderungen von Wolfgang Kessler wurden in einer Resolution zusammengefasst, die mit großer Mehrheit verabschiedet wurde und die für die kommenden Jahre als Arbeitsgrundlage der KAB Mainz dienen soll.  

Verantwortl. i. S. P.: Ferdinand Puhe

22.09.08