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Stand vom 06.07..2009

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Presse und Öffentlichkeitsarbeit der KAB - Main-Rodgau:

 

Elend und raues Klima drohen

Quelle: Offenbach-Post vom 6. Juli 2009

Köln (dpa)Massenarbeitslosigkeit, Verelendung von Teilen der Bevölkerung und ein raues soziales Klima in Deutschland erwartet der Politologe Christoph Butterwegge als Folge der Wirtschaftskrise. "Die Gesellschaft zerfällt immer mehr in Arm und Reich. Wir müssen mit einer Rekord - Arbeitslosigkeit, Lohndumping und einer zunehmenden Verarmung rechnen", sagte der Leiter der Abteilung für Politikwissenschaft an der Universität Köln. "Das Thema Arbeitslosigkeit ist im öffentlichen Bewusstsein, denn sie trifft inzwischen auch die Mittelschicht und qualifizierte Arbeitnehmer. Aber der Aspekt der drohenden Verelendung von vielen kommt in der Wahrnehmung zu kurz."

Einer OECD-Prognose zufolge wird der stärkste Konjunktureinbruch der Nachkriegsgeschichte bis Ende 2010 in Deutschland zu 5,1 Millionen Arbeitslosen führen und zu stark sinkenden Einkommen. Butterwegge: "Innerhalb der wachsenden Gruppe der Armen wird es eine sehr deutliche Spaltung geben zwischen denen, die mit Niedriglöhnen noch, eben so über die Runden kommen, und denen, die als Dauerarbeitslose ohne Perspektive verelenden." Er befürchtet, dass Rechtsextremisten aus der Krise Profit schlagen könnten: "Die extrem Rechten treten als Anwalt der kleinen Leute auf, nutzen Angst und sozialen Unmut und machen sich mit Blick auf Minderheiten auf die gefährliche Suche nach Sündenböcken."

Nach der Bundestagswahl würden die Haushaltsnöte die neue Regierung zu Leistungskürzungen oder Steuererhöhungen zwingen: "Erfahrungsgemäß wird der Rotstift wohl wieder im sozialen Bereich angesetzt und die ärmere Schicht treffen, die keine Lobby hat. Aufgrund der härteren Verteilungskämpfe um der knappen Finanzmittel des Staates dürfte das soziale Klima hierzulande erheblich rauer werden." Er rechne mit einer neuen Debatte über "faule Arbeitslose" und angeblichen Missbrauch von Hartz-IV-Geldern.